Die Tahitiperle

Die Tahiti-Perle

Die Juwe­len der Süd­see leben im Ver­bor­ge­nen, unter Wasser. Natür­lich spült einem die Bran­dung diese Schön­heit­en nicht ein­fach in die Fin­ger. Sie sind sen­si­bel. Wo weißer Koral­len­sand die Füße pud­ert und Kokospal­men über den Köpfen rauschen, ist es ihnen zu hell. Jen­seits des Riffs aber, ist es ihnen zu stür­mis­ch. Die schwar­zlip­pi­gen Perl­muscheln ‘Pinc­tada mar­gar­i­tifera’ gedei­hen, weitab von den Touris­ten­strän­den, in den sauber­sten und rein­sten Lagunen Franzö­sis­ch-Poly­ne­siens. Nur hier in den Per­len­far­men auf 27 Atol­len wäch­st jene Perl­mut­tkugel her­an, die sich Tahi­ti-Per­le nen­nen darf. In aller Stille, sieben Meter tief unter Wasser. Mil­lio­nen von ihnen, aus­ge­brütet von großen Austern, umsorgt von Heer­scharen men­schlicher Helfer. Denn der Men­sch sorgt dafür, dass Per­len entste­hen. Anstatt darauf zu warten, dass ein Sand­ko­rn ganz zufäl­lig unter die Schalen ein­dringt, was sehr sel­ten passiert, wer­den behut­sam Fremd­kör­per in die Muscheln implantiert. Die Austern wehren sich gegen den Ein­drin­gling, indem sie ihn mit Perl­muttschicht­en überziehen. In Franzö­sis­ch-Poly­ne­sien gel­ten strenge Geset­ze für die Per­len­zucht; die Per­len­far­men wer­den regelmäßig kon­trol­liert. So ist beispiel­sweise die Anzahl Muscheln pro Hek­tar Wasser­fläche regle­men­tiert, um gute Wach­s­tums­be­din­gun­gen für junge Muscheln im Wasser zu gewährleis­ten. Ins­beson­dere Verun­reini­gun­gen mit Algen kön­nen für die Meeres­fau­na generell, aber auch für die Muscheln selb­st zu einem großen Prob­lem wer­den.

Per­len sind schon bei der Geburt per­fekt. Man muss ihretwe­gen kein Gestein spren­gen, keinen Schot­ter sieben und keinen Stol­len in den Berg treiben. Man muss sie nicht schleifen, um sie in etwas Schö­nes zu ver­wan­deln. Man muss nur warten.